Kinder- und Jugendprogramm lässt Gender Mainstreaming vermissen

24.03.2011 20:08

Rostock - Der Landesfrauenrat MV e.V. FR hat in einer Stellungnahme kritisch darauf hingewiesen, dass der in der Koalitionsvereinbarung formulierte Anspruch, Gender-Mainstreaming in der Kinder- und Jugendarbeit umzusetzen, im Kinder- und Jugendprogramm nicht verwirklicht ist. Das Programm enthalte keinerlei Aussagen zu einer differenzierten Arbeit mit Jungen und Mädchen.

Der LFR erwarte, dass bei der Festlegung von Qualitätskriterien in der Kinder- und Jugendarbeit auch Genderaspekte einbezogen würden. In interministeriellen und externen Arbeitsgruppen zur Programmentwicklung müssten ExpertInnen für Gleichstellung mitarbeiten.

Voraussetzung für gendersensible pädagogische Arbeit ist nach Auffassung des LFR die Entwicklung von Genderkompetenz in der Verwaltung, bei Trägern und in Projekten.

Der LFR plädiert in seiner Stellungnahme außerdem dafür, die veränderten Erwerbs- und Lebenslagen von Familien stärker zu berücksichtigen. Fast die Hälfte aller Arbeitsverhältnisse in MV setzten Schichtarbeit in Zeiten voraus, in denen Kitas geschlossen seien. Würden Öffnungszeiten und pädagogische Konzepte nicht darauf eingestellt, sei es insbesondere vielen Alleinerziehenden nicht möglich, durch Erwerbsarbeit ihre Familien zu ernähren. Sie verblieben in Arbeitslosigkeit oder prekären Arbeitsverhältnissen. Dies trage nicht zum chancengleichen Aufwachsen ihrer Kinder bei.

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