Brief an die GEW in MV zur Vorgehensweise bei der Vergabe von Referendariatsplätzen

16.03.2011 19:44

Sehr geehrte Frau Lindner,

der Vorstand des Landesfrauenrates wendet sich mit folgendem Anliegen an Sie:

Verstärkt sind an uns Klagen und Proteste von Lehramtsstudierenden herangetragen wurden, die sich über das Verfahren bei der Vergabe von Referendariatsplätzen beschweren.

Ganz davon abgesehen, dass das Auswahlverfahren intransparent und für die Betroffenen nicht nachvollziehbar ist, sehen wir es als großes Problem an, dass die berechtigten Ansprüche der Lehramtsstudierenden nach Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familien-/Privatleben offensichtlich keinerlei Berücksichtigung finden. Die Landesregierung hat das Thema Vereinbarkeit als eine wichtige Frage zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses erkannt. Sie ruft Betriebe und Institutionen auf, sich diesem Thema in ihrer Organisation zu widmen. Das Bildungsministerium geht aber selbst mit negativem Beispiel voran. Dem Anspruch des Landes, ein kinderfreundliches Land zu sein, entspricht diese Verfahrensweise dieses Ministeriums nicht.

Es ist nicht im Blick, welche Auswirkungen die unabhängig von den individuellen Lebenssituationen getroffenen Standortentscheidungen für Lehramtsstudierende haben, die ihre Familienverantwortung dann kaum bzw. nur eingeschränkt wahrnehmen können. So kann man pädagogische Fachkräfte nicht im Land halten, zumal die schlechte Bezahlung sowie die Qualität der Referendariatsausbildung auch kein Anreiz sein dürfte.

Wir bitten die GEW als zuständiger Gewerkschaft und wichtigster Partner des Bildungsministeriums in diesem Bereich uns und die Betroffenen zu unterstützen, transparente und vereinbarkeitsfreundlichere Bedingungen für Lehramtsanwärter/innen durchzusetzen.

Sicherlich können Sie darüber Auskunft verlangen, wie das o.g. Auswahlverfahren läuft und Veränderungen mit herbei führen helfen, damit eine transparentes, längerfristig für die Bewerberinnen und Bewerber planbares Verfahren angewandt wird, das individuelle Vereinbarkeitsprobleme von Frauen, aber im gleichen Maße auch von Männern mit Familienverantwortung berücksichtigt.

Wir wollen Ihnen signalisieren, dass wir Sie bei diesem Problem unterstützen und gern bereit sind, auch politischen Druck ggf. über die bildungspolitischen Sprecher/innen zu verstärken Denkbar wäre ggf. eine kleine Anfrage zur Gesamtproblematik anzuregen. In der Anlage haben wir Ihnen einen Fragekatalog der für uns relevanten Fragestellungen zusammengestellt.

Gern würden wir uns über ein gemeinsames Vorgehen austauschen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Eva-Maria Mertens (Vorsitzende) 

Dr. Renate Hill (Geschäftsführerin)

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