Brief an Ministerin Schröder zur Einführung des Betreuungsgeldes

11.11.2011 19:38

Sehr geehrte Frau Ministerin,

Der Landesfrauenrat MV hat Ihre Entscheidung zur Einführung des Betreuungsgeldes für Familien, die ihre Kinder nicht in eine Kinderkrippe/Tageserziehung geben, sehr bedauert. U.E. werden damit die Weichen für eine gleichberechtigte Teilnahme von Frauen im Erwerbsleben falsch gestellt.

Wir verstehen nicht, warum nicht auf die Einführung des Betreuungsgeldes zugunsten des Ausbaus der Kinderbetreuungsinfrastruktur verzichtet wurde, obwohl das Gutachten der Sachverständigenkommission zum 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, das von Ihrem eigenen Hause in Auftrag gegeben wurde, dies empfiehlt. Wir fragen uns, welchen Stellenwert die Erhöhung von Chancengleichheit für Frauen in Ihrer politischen Arbeit hat, wenn Sie die Empfehlungen eigener Gutachter zur Verbesserung der Chancengleichheit mit Ihrem o.g. Beschluss ignorieren.

Wir befürchten darüber hinaus, dass sich insbesondere der Anreiz für sozial benachteiligte Familien, ihre Kinder aus finanziellen Erwägungen heraus zu Hause zu betreuen, erhöhen wird. Damit kommen gerade Kinder, die es besonders benötigen, nicht in den Genuss eines in den Kitas vorgehaltenen Bildungsangebots.

Unsere Hoffnung auf die Umsetzung einer gleichstellungsorientierten Familienpolitik, die durch die Einführung des Elterngeldes als wichtigem Schritt durchaus realisierbar erschien, hat sich mit diesem Beschluss nicht erfüllt

Rostock, den 11.11.2011 Mit freundlichen Grüßen

Eva-Maria Mertens

Vorsitzende

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