Frauenarbeit immer noch weniger wert

18.03.2010 14:47

Pressemitteilung zum Equal pay day am 26.3.2010

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Bereits zum dritten Mal findet am kommenden Freitag (26.3.) der bundesweite Equal pay day, der Tag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern statt. Der DGB Nord beteiligt sich zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten M-V und dem Landesfrauenrat M-V mit eigenen Aktionen an dem bundesweiten Aktionstag.

Treffpunkt ist um 5 vor 12 Uhr auf dem Neubrandenburger Marktplatz. Von dort wird ein Demonstrationszug, unterstützt von einer Trommelgruppe, lautstark durch die Innenstadt ziehen. "Wir wollen mit unserer Aktion die Debatte über unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern beleben", erklärt Dr. Renate Hill, Geschäftführerin des Landesfrauenrats Mecklenburg-Vorpommern.

Der 26. März ist nicht zufällig gewählt. Bis zu diesem Datum müssen Frauen über das Jahr hinaus arbeiten, um die Summe zu verdienen, die die Männer schon am Jahresende erhalten haben. Um 23 Prozent liegt der durchschnittliche Stundenlohn unter dem von Männern. Nur in Estland, Tschechien, Österreich und den Niederlanden ist der Unterschied noch größer.

In Mecklenburg-Vorpommern fallen die Einkommensunterschiede mit 8,2 Prozent eher moderat aus aber das auf einem Niveau, das ohnehin nur 79,2 Prozent des Durchschnittseinkommens der Bundesrepublik erreicht.

Laut IAB Betriebspanel 2009 gibt es in lediglich 4 Prozent der Betriebe in Mecklenburg- Vorpommern verschiedene Aktivitäten, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu erhöhen. Daher verwundert es nicht, dass Frauen kaum in Chefetagen zu finden sind. Das Vorhaben der Telekom, 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, begrüßen die Organisatorinnen. Es hat sich offensichtlich herumgesprochen, dass bessere Unternehmenserfolge mit einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen erreicht werden können“, so Cornelia Grosch, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in M-V.

"Mit bloßen Appellen und freiwilligen Vereinbarungen wird die Bunderregierung ihrem Ziel, die Einkommensunterschiede bis 2020 auf 10 Prozent zu reduzieren, nicht erreichen.", kritisiert Lisanne Straka, beim DGB Nord für Gleichstellungsfragen zuständig. "Wir brauchen endlich einen klaren gesetzlichen Rahmen, geeignete Instrumente zur Prüfung von Entgelt und eine Aufwertung von frauentypischen Berufen." Ein weiteres Instrument zum Schließen der Einkommensschere sieht Straka in der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes. "Vor allem Frauen würden von einem Mindestlohn profitieren, weil sie 70 Prozent aller Niedriglohnbezieher stellen." In Großbritannien konnte nach Einführung des Mindestlohnes der Einkommensunterschied um vier Prozentpunkte verringert werden.

Equal pay day

1988 wurde der Tag für gleiche Bezahlung „Red Purse Campaign“ (Aktion rote Handtasche) in den USA initiiert. 2008 fand er das erste Mal in Deutschland statt. Seit 2009 wird der Tag von einem breiten Bündnis veranstaltet. 2009 fanden bundesweit 190 Veranstaltungen mit mehr als 65.000 Menschen statt. In diesem Jahr sind mehr als 230 Aktionen geplant.

Die DGB Region Ost-Mecklenburg-Vorpommern lädt am gleichen Tag, 19:00 Uhr zur 77 Euro-Party ins Neubrandenburger Schauspielhaus ein. Frauen bezahlen entsprechend ihrem Einkommen an diesem Abend nur 77 Prozent für Getränke und Speisen (Infos unter 0395-57063930).

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