Kinderarmut in Deutschland steigt

01.06.2016 08:59

In Berlin und Bremen ist fast jedes dritte Kind von Hartz IV-Leistungen abhängig, in Bayern jedes sechzehnte. Insgesamt ist die Zahl der unter 15-Jährigen, die auf Hartz IV angewiesen sind, im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht aus einer Auswertung der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) hervor, die anlässlich des Internationalen Kindertags am 1. Juni veröffentlicht wurde. Demnach ist etwa jedes siebte Kind in Deutschland von Hartz-IV-Leistungen abhängig.

Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 1,54 Millionen der unter 15-Jährigen betroffen. Das waren gut 30.000 Kinder und Jugendliche mehr als im Vorjahr. Die Daten stammen von der Bundesagentur für Arbeit.
In Bremen und Berlin ist mit 31,5 Prozent fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz-IV-Leistungen abhängig (Ende 2015). In Sachsen-Anhalt sind es 21,8 Prozent, in Hamburg 20,4 Prozent. Prozentual am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern mit 6,5 Prozent. Insgesamt sind in Ostdeutschland 20,3 Prozent der unter 15-Jährigen Hartz-IV-abhängig, in Westdeutschland 13,0 Prozent.
Genau betrachtet gehe es beim Thema Kinderarmut um die Armut der Eltern und deren Auswirkung auf ihre Kinder, so die Linken-Abgeordnete Zimmermann: "In der enormen Anzahl der Hartz-IV-Beziehenden mit Kindern spiegeln sich die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen und Niedriglöhne wider."
Quelle: dpa

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