Mehr Gleichstellung von Frauen und Männern – ein Baustein für die Lösung demografischer Herausforderungen im Land

14.06.2012 10:31

Landesfrauenrat M-V engagiert sich für ein Gleichstellungspolitisches Programm

In der am 13.6. in Stralsund durchgeführten Delegiertenversammlung des Landesfrauenrates schätzte die Vorsitzende, Eva-Maria Mertens ein, dass die Übergabe des Gleichstellungsressorts von der Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung in das neue Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales nicht zur befürchteten Abwertung des Themas Gleichstellung in der Landespolitik geführt hat. Die Besetzung politischer Ämter in den Fraktionen bzw. in der Landesregierung brachte zwar noch nicht den angekündigten „frauenpolitischen Paukenschlag“. Doch sind durch die Initiative des Ministerpräsidenten sichtbare Fortschritte bei der Entsendung von Frauen in Gremien des Landes erreicht worden.  In den Themenbereichen wie z.B. , eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben, bedarfsgerechte und flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten , die Aufwertung von Männern in ihrer Väterrolle, die Motivierung von Frauen für Existenzgründung und Unternehmensnachfolge,  an denen  vom LFR und seinen Mitgliedsorganisationen seit Jahren gearbeitet wird, sind gemeinsame Initiative und Projekte erfolgreich auf den Weg gebracht worden.

„Aber die Arbeit der Landesregierung, des Parlaments und der Landesverwaltungen ist noch weit davon entfernt, Gleichstellung als Qualitätsbaustein in alle Politikfelder zu integrieren“- schränkt  Mertens die Bilanz ein. „Es fehlt an Wissen und Interesse bei vielen Abgeordneten insbesondere in den Regierungsparteien und  in der Verwaltung für die Bedeutung dieses Themas. Das zeigt sich immer wieder in relevanten Landtagsdebatten und –beschlüssen“, kritisiert Mertens. Damit bleibt Gleichstellung Worthülse und es wird eine Möglichkeit vertan, dem demografischen Wandel offensiv zu begegnen.

Mertens forderte auf der Delegiertenkonferenz ein gleichstellungspolitisches Programm für das Land, das abrechenbare Ziele und konkrete Maßnahmen enthalten müsse, um die Ressourcen von sowohl Männern als auch Frauen  gleichermaßen im Land zu halten und zu entwickeln. Dabei gehe es z.B. sowohl um die Gewinnung von mehr Frauen in MINT-Berufen, als auch um die Aufwertung von Sozial- und Gesundheitsberufen, die auch für Männer interessant werden müssen. Anders ist dem drohenden Pflegenotstand nicht zu begegnen.

Ohne die stärkere Einbeziehung von Männern als Betroffene und Beteiligte im Gleichstellungsprozess und ohne die Intensivierung  der Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Unternehmerverband,  Berufsverbänden, Gewerkschaften und sozialen Verbänden, wird es keinen Durchbruch geben, wirbt Mertens für ein übergreifendes Bündnis.  

 

Stralsund, 12.6. 2012.

V.i.S.d.P:  Dr. Renate Hill, Geschäftsführerin

 

Kontakt: Mertens: 0172 9280 382

              Dr. Hill: 0163 1811564     

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