Pressemeldung zur Klausurtagung des LFR in Güstrow

30.01.2017 01:00

 

Klausurtagung des Landesfrauenrates M‐V e.V. in Güstrow
Altersarmut ist weiblich

Ist das tatsächlich so? Worin liegen die Ursachen für Armut von älteren Menschen? Warum leben in einem so reichen Land wie dem unseren immer noch Familien an der Armutsgrenze? Diesen und weiteren Fragen gingen über vierzig Teilnehmerinnen der diesjährigen Klausurtagung des Landesfrauenrates in Güstrow nach und machten damit
deutlich, dass das Thema aktuell und brisant ist, Frauen aktiviert und zu reger Diskussion Anlass gibt. Der Einführungsvortrag von Dr. Judith Kerschbaumer, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik in der ver.di Bundesverwaltung, machte noch einmal mehr deutlich, dass das bestehende Rentensystem nicht die Lebensrealität von Frauen angemessen berücksichtigt. „Teilzeittätigkeiten, Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Kindererziehung, Minijobs
erzeugen Altersarmut, die besonders das Leben von Frauen, Alleinerziehenden und Geringverdienenden überschattet.“, so Claudia Kajatin, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates M‐V e.V.

Die Tagung blieb nicht auf der Stufe der alleinigen Feststellung von Befunden stehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf die Suche nach Alternativen. Diskutiert wurden Wege der Optimierung des bestehenden Systems aber auch die Möglichkeit, vollkommen neue Ansätze, wie z.B. das bedingungslose Grundeinkommen und eine vollkommen neue Bewertung von Arbeit in jeglicher Form, zu wagen. „Von der Landespolitik erwarten wir eine umfassende und interdisziplinäre Sozialberichterstattung und die Erarbeitung einer Landesstrategie, wie man Armut in unserem Land verhindern will“, fasst Eva‐Maria Mertens als Vorsitzende des Landesfrauenrates die Diskussion zusammen. Weiterhin soll Landespolitik die Anregung eines Sozialtickets für den ÖPNV im gesamten Land aufgreifen. Das ist insbesondere den Vertreterinnen der Interessen von Frauen im
ländlichen Raum wichtig. Der Landesfrauenrat jedenfalls hat das Thema Armut zu seinem diesjährigen zentralen Arbeitsthema gemacht. Eine erste öffentlichkeitswirksame Aktion ist mit dem Equal Pay Day am 18. März 2017, dem Tag der für die gleiche Entlohnung von Frauen und Männern steht, bereits in Planung.

Hier finden Sie die Pressemeldung als PDF

Zurück