Rostock, 22. Juni 2026 – Der Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern (LFR M-V) blickt auf eine erfolgreiche Delegiertentagung zurück. Über 40 Delegierte aus mehr als 30 Mitgliedsverbänden, von Frauen- und Sozialverbänden über Gewerkschaften bis hin zu Fach- und Berufsverbänden, kamen zusammen, um zentrale gleichstellungspolitische Themen zu diskutieren und konkrete Perspektiven für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Die Tagung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und engagiert die frauen- und gleichstellungspolitische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist. Ein zentraler Fokus lag auf der Frage, wie Gleichstellungspolitik konkret vorangebracht werden kann, insbesondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Care- und Erwerbsarbeit sowie die Bekämpfung struktureller Ungleichheiten.
Dr. Karin Jurczyk hielt einen impulsgebenden Vortrag zum Thema „Optionszeitmodelle und atmende Lebensläufe“. Sie demonstrierte, wie flexible Zeitmodelle und lebensphasenorientierte Arbeitszeitarrangements dazu beitragen können, Care-Arbeit, Erwerbsarbeit und gesell-schaftliches Engagement gerechter zu verteilen. Die anschließende Diskussion unterstrich: Gleichstellung gelingt nur, wenn Rahmenbedingungen in Zeitpolitik und Arbeitsorganisation angepasst werden, ein Thema, das in Mecklenburg-Vorpommern bereits seit Längerem diskutiert wird.
„Diese Tagung hat gezeigt, wie viel Kraft in unserem gemeinsamen Netzwerk steckt. Sie ist ein starkes Signal für die Frauen- und Gleichstellungspolitik, besonders im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern“, betont Flora Mennicken, Vorsitzende des LFR M-V. „Wir stecken in einer Zeit multipler Krisen, in der die Demokratie in Gefahr ist. Jetzt geht es darum, lösungsorientiert zu handeln und Utopien in konkretes politisches Handeln umzusetzen. Es gibt machbare Ideen, wie das Optionszeitenmodell, die sich positiv auf die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft auswirken können. Gemeinsam bringen wir sie nach vorne.“
Auf der Delegiertentagung wurden aktuelle Entwicklungen kritisch in den Blick genommen, insbesondere die zunehmenden Anfeindungen gegen gleichstellungspolitische Strukturen und der wachsende Antifeminismus. Dabei wurde klar: Antifeminismus ist keine Randerscheinung, sondern eine organisierte politische Bewegung, die zentrale Werte der Demokratie angreift und als „strategischer Türöffner“ für autoritäre Strömungen dient. „Angesichts dieser Herausforderungen bleibt die gegenseitige Stärkung und Solidarität, wie wir sie im Landesfrauenrat bereits leben, unverzichtbar. Dabei tragen wir die vielfältigen Stimmen der Gleichstellungspolitik ins Land und das werden wir auch in Zukunft konsequent tun.“ so Kathrin Herold, Geschäftsführerin des LFR M-V.
Über den Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern
Der Landesfrauenrat M-V ist der Dachverband von frauen- und gleichstellungspolitischen Organisationen in Mecklenburg-Vorpommern. Er bündelt Interessen, stärkt die Vernetzung und setzt sich gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit für die Gleichstellung der Geschlechter ein.
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