Nach der Landtagswahl: Landesfrauenrat M-V fordert verbindliche Gleichstellungspolitik
Landesfrauenrat M-V schockiert über AfD-Ergebnis – zwei Drittel der Frauen haben nicht die AfD gewählt
Rostock, 21.09.2026 – Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD laut vorläufigem Ergebnis 38,2 Prozent erreicht – das heißt: mehr als jeder dritte Wählende. Der Landesfrauenrat M-V ist schockiert, dass so viele eine Partei gewählt haben, die demokratische Grundwerte wie Gleichberechtigung und Vielfalt infrage stellt. Zugleich zeigt die Wahltagsbefragung der Forschungsgruppe Wahlen: Zwei Drittel der Frauen (67 Prozent) haben nicht die AfD gewählt – ein klares Bekenntnis für Demokratie und Gleichstellung. Auch rechnerisch ist eine Regierungsmehrheit der demokratischen Parteien möglich, was der Landesfrauenrat M-V mit Erleichterung zur Kenntnis nimmt.
Für den Landesfrauenrat M-V ist jetzt entscheidend, was die Parteien in den kommenden Wochen vereinbaren. Gleichstellung muss dabei von Anfang an eine zentrale Rolle spielen und konsequent in die Koalitionsverhandlungen eingebracht werden. Der Landesfrauenrat M-V versteht unter Gleichstellung, dass alle Frauen* und Mädchen* gleichberechtigt teilhaben und selbstbestimmt leben können. Unterschiedliche Lebenslagen und mögliche Benachteiligungen müssen dabei immer mitgedacht werden.
Dazu gehört, das Gewalthilfenetz weiter auszubauen und Frauenhäuser sowie Fachberatungsstellen verlässlich zu finanzieren. Auch die Gesundheitsversorgung von Frauen* muss verbessert werden, insbesondere im ländlichen Raum. Gleichzeitig braucht es gute Ausbildungs- und Berufschancen für Frauen*, damit sie wirtschaftlich unabhängig leben können. Dazu gehört auch ein besserer Zugang zu digitalen Berufen.
Auch das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm muss in der kommenden Legislaturperiode mit konkreten Zielen und ausreichender Finanzierung verbindlich umgesetzt werden.
„38,2 Prozent für die AfD sind ein Schock, den wir nicht kleinreden. Dass zwei Drittel der Frauen anders gewählt haben, ist ein starkes Signal – aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Koalitionsverhandlungen entscheiden, ob Gleichstellung ernst genommen wird oder zur Randnotiz wird. Wir werden genau hinschauen und die Verhandlungen fachlich, aber auch kritisch begleiten“, sagt Kathrin Herold, Geschäftsführerin des Landesfrauenrats Mecklenburg-Vorpommern.
Für Rückfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Kathrin Herold
herold@landesfrauenrat-mv.de
0381 49 02 442
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